Mittwoch, 31. Mai 2006

Mein Arbeitsplatz CLC Bilder

Alles ein bisschen durcheinander
wie auch mein Arbeitsplatz. Die ersten beiden Bilder sind die Bibliothek.







An dem Computer vorne rechts habe ich immer gearbeitet.
Die drei Bilder sind das Großraumbüro.








Im Gebäude mit den gelben Platten befindet sich das Büro im zweiten Stock. Inzwischen sieht es im Büro ein wenig anders aus, nachdem neue Möbel gekauft wurden und ich ein wenig aufgeräumt und geputzt habe.



Bilder von Kollegen

AJ ist unser "Postgrad administor"
Line, Tania und Andrea
Dennis
Tobias und Andreas
Irene

Oli
Bernie und Markus
Anu aus Mauritius und Florian aus der Nähe von Münster

Bilder von meiner Uni













Hier hab ich ein paar Bilder von meiner Universität gepostet. Tatsächlich ist dies nur der kleine Campus im Regierungsbezirk, gegenüber dem Parlament zwischen High Court und dem Defense House. Sozusagen im Zentrum der Macht, wenn man berücksichtigt dass ich von Neuseeland spreche. Wir sind im Governmental Building untergebracht. Wie der Name sagt ehemaliger Sitz der Regierung und das zweitgrößte Holzgebäude der Welt. Teilweise haben wir aber auch im Westwing des nahegelegenen Bahnhofs Seminare. Die meist Zeit verbringe ich inzwischen, da mein Internship bereits vorbei ist in der Bibliothek die im Südflügel der Lawschool untergebracht ist. Die Bilder zeigen das Haupt eines berühmten Neuseeländers vor unserer Lawschool, das Lawschoolgebäude, die Cafeteria, den Eingang zur Bib, der postgradroom, Eingang zum Lesesaal in der Bib, das Wahrzeichen der Uni, Eingang und Hörsaal im Bahnhof, die Lawschool im Hintergrund das Parliament, das Treppenhaus und mein Arbeitsplatz in der Bib.

Dienstag, 30. Mai 2006

Selbstorganisation: Fluch oder Segen

"Die Unternehmen wollen die Seele der Menschen"
Industriesoziologe Voß über Verantwortung,
Selbst-Ausbeutung und den Verlust von Privatleben
Berliner Zeitung, vom 29.05.2006 Wirtschaftsseite

Herr Professor Voß, seit einiger Zeit appellieren Politiker und Unternehmen an die Menschen in Deutschland, "Verantwortung" zu übernehmen, vorzugsweise auch "Eigenverantwortung". Sind die Deutschen verantwortungslos geworden?
Das hat damit nichts zu tun. Hinter dem Plädoyer für Eigenverantwortung verbirgt sich die Anforderung an die Menschen, in neuer Weise Aufgaben in der Gesellschaft zu übernehmen, sich verstärkt selber um Dinge in Arbeit und Privatleben zu kümmern, die ihnen früher abgenommen wurden. Für immer mehr Gruppen von Arbeitskräften im Betrieb heißt das zum Beispiel: Sie müssen immer weniger strikt von außen gesetzte, im Detail festgelegte Arbeitsschritte vollziehen. Gefordert ist stattdessen eine grundlegend verstärkte und aktive Selbst-Organisation der eigenen Arbeit. Nicht selten erhält man nur noch ein generell formuliertes Ziel, und muss selber sehen, wie man es erreicht.
Wie sieht das konkret aus?
Ein Beispiel ist die so genannte Vertrauensarbeitszeit, wie sie etwa bei IBM praktiziert wird. Dort erhält ein Team einen Projektauftrag, den es in einem selbst gesteckten Zeitrahmen erledigen muss. Im Sinne von: Wie sie die Arbeit machen ist gleich, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Betriebliche Fremdkontrolle wird dabei ersetzt durch Selbstkontrolle. Die Stechuhr ist abgeschafft, ja sogar eine feste Urlaubsregelung. Die Arbeitnehmer erhalten "Zeitsouveränität", mehr Verantwortung für sich und ihre Arbeit
.... und auch mehr Freiheit?
Scheinbar schon. Doch der Druck zur Erfüllung der Aufgaben gilt weiter und wird sogar stärker. Nur kommt der Druck jetzt nicht mehr direkt von außen, sondern wird mehr als bisher in die Arbeitnehmer hineinverlegt. Sie müssen den Zwang nun selber ausüben. Neue Freiheit und Selbstverantwortung führen in Kombination mit erhöhten Leistungsanforderungen dazu, dass die Arbeitnehmer häufiger als bisher unbezahlte Überstunden machen, Urlaub verfallen lassen, am Wochenende ins Büro kommen, Arbeit mit nach Hause nehmen - also insgesamt länger und härter arbeiten, ganz selbstverantwortlich und freiwillig. Kein Wunder, dass der Ausdruck "Selbst-Ausbeutung" zur gängigen Floskel wird.
Das gilt doch aber nur für die kleine Gruppe der Hochqualifizierten und Führungskräfte in Boom-Branchen?
Nicht mehr. Ähnliche Verhältnisse herrschen inzwischen auch bei vielen Arbeitern und einfachen Angestellten in traditionellen Sektoren. Da kommt der Werker mit seinen Kollegen sogar "freiwillig" am Samstag in den Betrieb, wenn es heißt, dass der Kunde am Montag vor dem Tor steht - das gab es früher so nicht. So erzeugt mehr Freiheit auf der einen Seite erhöhten Druck auf der anderen. Problematische Folgen sind eine Zunahme unbezahlter Arbeit, steigender Stress, eine Zunahme beruflich bedingter Krankheiten, vor allem psychischer Natur, wachsender Gruppendruck, bis hin zum Mobbing und so weiter.
Bevorzugen Sie ein autoritäres Arbeitsregime mit Stechuhr, Gehorsam und Dienst nach Vorschrift?
Keineswegs. Doch steckt hinter schillernden Begriffen wie Verantwortung, Flexibilität, Autonomie oder Selbstmanagement nicht weniger als eine massive Entgrenzung der Arbeitsverhältnisse, vor allem zeitlich. Davon profitieren die Firmen. Denn Herrschaft durch Selbst-Beherrschung ist besonders wirkungsvoll, sie verschleiert äußere Abhängigkeit und intensiviert innere Zwänge. Das hat weit reichende Folgen für das gesamte Leben der Berufstätigen.
Welche Folgen?
Nicht bloß, dass die Menschen länger und härter arbeiten, bei oft sinkenden Einkommen. An ihre Persönlichkeit werden ganz neue Anforderungen gestellt. Jeder ist aufgefordert, sich als "Unternehmer seiner selbst" zu sehen, sich in Richtung ökonomische Verwertbarkeit zu entwickeln, zu motivieren und gezielt zu selbst zu vermarkten. So mutiert der Arbeitnehmer zum Arbeitskraftunternehmer. Damit ändert sich sein Verhältnis zur Arbeit und zu sich selbst: Als Arbeitskraftunternehmer muss und will er "Humankapital" bilden. Er muss sein Leben "verbetrieblichen".
Was bedeutet das?
Man ist mehr als bisher gezwungen, sein gesamtes Leben aktiv und effizienzorientiert durchzuorganisieren. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Ein Zeichen dafür ist die drastische Zunahme privater Organisations- und Kommunikationsmittel: Per Handy, Handheld-Computer, Internet, E-Mail und PC greift der Job auf die Freizeit zu. Vorbei sind die Zeiten von "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps". Feierabend und Wochenende werden der Weiterbildung gewidmet, der Abarbeitung von dienstlichen E-Mails, der berufsorientierten Kontaktpflege oder der körperlichen Leistungsfähigkeit. Statt schöngeistiger Literatur liest man Ratgeber zum "Zeitmanagement" oder zu "So verkaufe ich mich besser". Zuweilen kommt es sogar zu einer Umkehrung der Lebenswelten: Arbeitskräfte fühlen sich dann im Betrieb "wie zu Hause”, weil sie dort emotionale Bestätigung erfahren und abwechslungsreiche Tätigkeiten finden. Umgekehrt werden Partnerschaft oder Familie als harte Arbeit empfunden, die man strikt durchrationalisieren muss.
Was ist dagegen zu sagen, dass sich jemand beim Job wohlfühlt?
Nichts. Man sollte sich aber über die Quelle dieser Veränderungen im Klaren sein und die Folgen sehen: Es ist nicht die Arbeitnehmerseite, die hier Selbstverwirklichung und Autonomie am Arbeitsplatz durchsetzt. Sondern die Initiative geht von den Unternehmen aus. Sie suchen einen verstärkten Zugriff auf die sämtlichen Potenziale einer Person. Die Betriebe wollen alles: die Kreativität, die Motivation, die Begeisterung der Menschen, ihre Freundlichkeit, ihre Loyalität, ihr Engagement, ihre Gefühle - es geht um die "Seele" der Menschen, die nun zur Produktivkraft werden soll, zur Ressource für die Profiterzeugung.Das klingt mehr nach einer Horrorvision als nach Wirklichkeit.In Reinform tauchen diese Anforderungen nur selten auf. Ich beschreibe hier nur eine Tendenz - die sich allerdings massiv verstärkt.
Ist diese Tendenz politisch gewollt?
Aber sicher. Die Politik befördert diese Entwicklung einerseits durch Deregulierung oder Flexibilisierung des Arbeits- und Sozialrechts oder des Arbeitsmarktes. Zum anderen fördert sie ein entsprechendes gesellschaftliches Klima, eine Ideologisierung von individuellen Erfolgs- und Leistungsnormen, von Selbst-Verantwortung, neuer Selbstständigkeit. Man denke nur an Wolfgang Clements Kampagne zur Feier des "Unternehmertums" oder die Forderung nach "Eigenverantwortung" im Sozialbereich. Selbstständigkeit wird als Erfolgsmodell angesichts wachsender Arbeitslosigkeit propagiert, nach dem Motto: Jeder ist seines Glückes Schmied, jeder ist eine Ich-AG, ein Existenzgründer. Umgekehrt wird beruflicher Misserfolg - obwohl strukturell bedingt - als individuelles Versagen gedeutet. So wird eine wachsende soziale Ungleichheit legitimiert. Ähnliches geschieht übrigens in allen Ländern, nicht nur in Deutschland.
Interview: Stephan Kaufmann

Herzlichen Dank an meine Schwester Caroline, von der ich diesen Artikel habe.

Sonntag, 28. Mai 2006

Meine Wohnung

In diesem äußerst ansprechenden Gebäude habe ich für die Dauer meines Neuseelandabenteuers meine Bleibe gefunden.



Blick aus dem Fenster Richtung Bahnhof und Hafen
Meine Bude im Frühzustand
Automatische Tür im Eingangsbereich
Eingangsbereich von Innen
Gang mit Nachbarn





Die Sicht aus meinem Fenster ist einmalig. Der formschöne Betonblock den man gerade noch so wahrnimmt ist übrigens die australische Botschaft.
Die Sicht aus meinem Fenster ist einmalig. Der formschöne Betonblock den man gerade noch so wahrnimmt ist übrigens die australische Botschaft.

Was mich bewegt

Enron-Prozeß: Frühere Manager schuldig gesprochen

Die Ex-Chefs des US-Konzerns müssen mit lebenslanger Haft rechnen. Sie haben nach Ansicht der Geschworenen-Jury die Lage des Unternehmens verschleiert und Millionen in die eigene Tasche gesteckt.

Houston - Im Prozeß um die spektakulärste Firmenpleite der US-Geschichte sind zwei frühere Chefs des Energieriesen Enron schuldig gesprochen worden. Ex-Vorstandsvorsitzender Jeffrey Skilling und Konzern-Gründer Kenneth Lay hätten sich in ihrer Zeit beim texanischen Unternehmen Verschwörung und Betrug zu Schulden kommen lassen, gaben die zwölf Geschworenen bekannt.

Zudem sah es die Jury als erwiesen an, daß sich Skilling auf Grund von Insider-Wissen über die finanzielle Misere des einst siebtgrößten US-Konzerns mit Aktienverkäufen persönlich bereichert hatte. Die beiden Angeklagten hatten in dem Verfahren die Vorwürfe zurückgewiesen.

Mit dem Schuldspruch der Geschworenen werden der 64jährige Lay und der 52jährige Skilling voraussichtlich den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen: Richter Sim Lake kann die beiden Angeklagten für Jahrzehnte ins Gefängnis schicken. Die Jury hatte zwei Wochen über ihre Entscheidung beraten.

Verteidigung nennt Zeugen der Anklage unglaubwürdig

In dem Prozeß hatte die Verteidigung vergeblich argumentiert, daß die beiden Unternehmenschefs von den Bilanz-Tricksereien in ihrem eigenen Haus nichts gewußt hätten. Dan Petrocelli, der Anwalt Skillings, plädierte eindringlich auf Freispruch und verwies darauf, daß die Zeugenaussagen gegen seinen Mandaten unglaubwürdig seien, weil sie von Leuten stammten, gegen die selbst ermittelt werde.

Lays Anwalt Mike Ramsay schimpfte über die US-Medien, die ein faires Urteil erschwert hätten. Lay und Skilling machten statt ihrer den geständigen Ex-Firmenchef Andrew Fastow für die Bilanzmanipulationen vor dem Zusammenbruch Enrons verantwortlich.

Der leitende Staatsanwaltschaft Sean Berkowitz betonte indes, daß sich Lay und Skilling partout nicht an entscheidende Situationen erinnern wollten. Zu der Behauptung der Angeklagten, ihr Handeln sei an sich nicht illegal, meinte der leitende Ankläger: "Das ist genauso wie wenn man im Staat Texas ein Gewehr besitzt. Solange man eine Lizenz dafür hat, ist es kein Problem. Trotzdem ist es illegal, damit eine Bank auszurauben oder jemanden zu erschießen."

165 und 185 Jahre Haftstrafe möglich

Die zwölf Geschworenen gelangten zu dem Schluß, daß sich Enron-Gründer Lay in allen sechs Anklagepunkten schuldig gemacht habe. Ihm droht eine Haftstrafe von maximal 165 Jahren. Skilling wurde in 19 der 28 Anklagepunkte schuldig gesprochen. Ihm droht eine Verurteilung von bis zu 185 Jahren Haft.

Der Prozeß gilt als einer der bedeutendsten Wirtschaftsprozesse der US-Geschichte. Nach dem Bankrott von Enron im Dezember 2001 verloren mehr als 4000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Die Enron-Aktien stürzten von einstmals mehr als 80 Dollar bis auf wenige Cent ab. Milliarden von Dollar in den Pensionskassen der Mitarbeiter gingen verloren.

Weiterer Prozeß gegen Lay

Gegen den früheren Enron-Chef Lay wird einem getrennten Verfahren außerdem wegen illegaler Börsengeschäfte verhandelt. Darin muß sich der 64jährige wegen Bankbetrugs und falscher Erklärungen über die finanzielle Misere der Firma verantworten. Für jeden der vier Anklagepunkte, in dem er schuldig gesprochen wird, drohen Lay dabei bis zu 30 Jahre Haft sowie jeweils eine Geldstrafe von einer Million Dollar. WELT.de

Artikel erschienen am Do, 25. Mai 2006

Bleibt noch die Frage was mit den Geschädigten geschieht und ob die beiden Herren ihr unredlich verdientes Vermögen auch abgeben müssen. Sehr wahrscheinlich kann man sich auch vorstellen, dass die beiden in ein paar Jahren ohne grosses Aufheben begnadigt werden, ist doch Ken Lay ein besonders dicker Kumpel von George W. Bush, der auch während der "Stromkrise" in Kalifornien entgegen der Bundesgesetze nicht interveniert hat.

Hier habe ich ein paar Programme gelistet die ich verwende und die man im Internet für umsonst bekommt.

Browser: Firefox

http://www.mozilla-europe.org/de/products/firefox/

Viren- und Malwareschutz: AntiVir, Adaware und Spybot

http://www.free-av.de/

http://www.lavasoft.de/software/adaware/

http://www.safer-networking.org/de/download/index.html

Firewall: Zonelabs

http://www.zonelabs.com/

Photobrowser: Picassa

http://picasa.google.com/

Gute Quelle für sonstig Programmdownloads:

http://www.soft-ware.net/index.asp

http://www.monetenfuchs.de/downloaden.htm

Was bisher geschah

Anfang Februar habe ich Deutschland in Richtung Neuseeland verlassen. Es ging über London nach Hong Kong, wo ich erstmal für vier Tage geblieben bin.

(…)

Danach bin nach einem anstrengenden Flug - unfreundlicher, stinkender, rülpsender, später sich übergebender Nebensitzer - in Brisbane angekommen, wo ich erstmal warten musste, bis mein Zimmer frei wurde. Insgesamt war ich ca. 30 Stunden am Stück wach. Aber das nette Mädel an der Rezeption hat sich nicht einmal, als ich ihr das erklärt habe, erweichen lassen. Ich glaube übrigens immer noch daran, dass jeden von uns eines Tages seine gerechte Strafe ereilt ... Auch auf mein Weckerproblem - Akku vom mobile phone leer, Anschlussflug um 5 Uhr morgens - hat sie eher patzig geantwortet und war überhaupt nicht hilfreich. Wunderlicherweise haben aber während meiner Wartezeit Leute eingecheckt, die kein Zimmer gebucht hatten und erhielten sogar Zimmer im Erdgeschoss, wo es deutlich kühler war als in meinem Zimmer.

Ich hab später durch Zufall einen Dicksmith-Laden gefunden, ist eine Elektronikkette in Australien und NZ. Dort hab ich dann für teures Geld einen Stromadapter gekauft. Von Brisbane hab ich dann nicht viel gesehen, weil ich von 14 Uhr, da durfte ich in mein Zimmer (auf dem Dach, daher mollig warm, quietschender Ventilator und Lüftungsschacht vor dem Fenster) bis um 5 Uhr nachts geschlafen hab.

Von Brisbane ging es dann nach Christchurch und nach ein paar Stunden weiter nach Wellington. Dort bin ich vom Flughafen durch eine Studentin von Vic-International abgeholt worden. Zum Nomads Backpacker mitten in der Innenstadt ging es dann schnell. Dort hab ich dann mein sechs Personen Dormitory bezogen und war erstmal bei KFC.

(…)

Eine der ersten Aktionen war der Kauf einer SIM-Karte von Vodafone (ich weiß, mit denen soll man keine Geschäfte machen) für 35$, wobei da schon 15$ Guthaben dabei sind. Faire Sache. Ich hab dann auf ca. 40 Wohnungsannoncen geantwortet und die erste Zeit mit Annoncensuche und Wohnungsbesuchen verbracht. Bei der Gelegenheit hab ich schon eine sehr gute Orientierung in der Stadt bekommen. Ich hab ein Vermögen fürs Internet ausgegeben.

(…)

Nach ungefähr einer Woche auf der Suche nach einer annehmbaren Behausung und nach einer Vielzahl von Einblicken in erschütternde Einzelschicksale junger neuseeländischer Studenten, die jung aus dem beschützenden mütterlichen Haushalt entlassen, an den Anforderungen einer ordentlichen Haushaltsführung gescheitert sind, hab ich dann meine derzeitige Bleibe gefunden. Ich wohne nun zusammen mit Suhail (22), parttime Student, fulltime Arbeiter als Buchhalter, Pakistaner, der in Dubai aufgewachsen ist und Somang (vermutlich 19) koreastämmiger, undergraduate Jurastudent im zweiten Jahr, dessen Familie seit 10 Jahren in Auckland lebt. Und leider war das Putzen auch bei uns schon mehrfach Thema. Aber eigentlich sind die Jungs ganz nett und lassen mich die meister Zeit in Ruhe. Da Suhail Moslem und Hauptmieter ist, dürfen wir leider kein Schweinefleisch in der Wohnung haben. Stellt nicht gerade ein riesiges Problem dar.

(…)

Am Anfang ist mir das Studieren richtig schwer gefallen. Ich hatte ja nun auch seit einem halben Jahr nichts Vergleichbares mehr gemacht, und nun auch noch auf Englisch. Wunderlicherweise hat sich das aber nach schon kurzer Zeit wieder normalisiert. In den ersten Wochen haben die uns auch gut beschäftigt und wir mussten im Rahmen eines Pflichtkurses jeder zwei kurze Präsentationen auf Englisch halten. Um uns die Angst zu nehmen. Und dass noch dazu an drei aufeinander folgenden Samstagen.

(…)

Also hatte ich dann ein Zimmer, riesig und leer da leider unmöbliert. Dafür für 160$ in der Woche ohne Expences. Was bei einem Wechselkurs von 1,70$ für 1 € alles andere als billig ist. Aber glücklicherweise hat sich der Kurs zu 2 : 1 gewandelt. Die erste Woche hab ich in einem frisch gekauften Schlafsack in meinem Zimmer auf dem Boden geschlafen, weicher Boden hat geholfen. Meine Möbel hab ich bei der Salvation Army gekauft. Sogar einen Fernseher für 40$, dabei habe ich mich aber ein bisschen übers Ohr hauen lassen, da er nur zwei von vier Programmen zeigt. Für die Veränderung der Kanaleinstellungen bräuchte ich eine Fernbedienung, die ich nicht bekommen habe, und eine Universalfernbedienung will ich nicht kaufen.

Die Matratze, auf der ich schlafe, hab ich mir aber doch lieber neu gekauft, da die von der Salvation Army alles andere als appetitlich aussahen.

(…)

Inzwischen bin ich seit dreieinhalb Monaten in Wellington und hab bereits das erste von zwei Trimestern hinter mich gebracht. Zur Zeit hab ich ein wenig Zeitdruck, da ich drei Paper auf dem Tisch liegen habe, von denen ich zwei in drei Wochen fertig haben will. Eines der Paper muss ich im Rahmen meines Praktikums anfertigen, dass aber dann auch schon vorbei sein wird. In dieses Praktikum habe ich in den letzten Monaten viel Zeit investiert, um es vorzeitig abschließen zu können. Vorzeitig, da es eigentlich für das ganze Jahr geplant ist. Von NZ hab ich bisher nicht viel gesehen, da ich gerade versuche, so schnell wie möglich die Anforderungen der Uni an mich zu erfüllen, um am Ende meiner Zeit hier frei von Verpflichtungen zu sein. Erfreulicherweise wird Asmaras Besuch im August immer wahrscheinlicher. Spätestens dann werden wir noch die eine oder andere Ecke des Landes erkunden.

Erste Schritte


Dies ist mein Weblog. Es gibt viele Weblogs, aber dieses ist meins...